In seiner gemütlichen Höhle lebte Bärchen Boris ruhig und zufrieden, doch er träumte davon, seinen Freunden zu helfen und ein paar Honigmünzen zu verdienen. Eines Morgens verabschiedete er sich von der Ziege Martha und dem Waschbären Rudi und machte sich auf den Weg durch das ganze Königreich. Vor ihm lag der Zauberwald der Träume – irgendwo hinter den fernen Hügeln.
Der Weg war weit: Boris überquerte die Brücke über den silbernen Fluss und erklomm einen windigen Hügel. Dort traf er das Eichhörnchen Lilli, die ihm einen Abkürzungspfad zwischen den Glockenblumen zeigte. Und die weise Eule Oskar rollte eine Karte aus und lehrte Boris, auf den Wind zu hören: „Er verrät dir immer, wohin du als Nächstes gehen musst.“
Im Zauberwald der Träume schien immer die Sonne, und Boris verspürte kein einziges Mal den Wunsch, Winterschlaf zu halten. Er kostete die besten Eukalyptusblätter zusammen mit dem Koala Momo und badete jeden Tag in einem Ozean aus Honig – warm und golden. Boris arbeitete fleißig, lachte mit seinen neuen Freunden und dachte: „Was für ein Leben – wie im Schlaraffenland!“
Jahre vergingen, und plötzlich spürte Boris ein leises Heimweh in seinem Herzen. Er sehnte sich danach, wieder das Rascheln der trockenen Eichenblätter zu hören und süß in den Winterschlaf zu sinken. Er umarmte Lilli, Oskar und Momo und sagte: „Danke für die sonnigen Tage, aber mein Zuhause ruft mich zurück.“
Auf dem Heimweg sah Boris die vertrauten Hügel, die Brücke und schließlich seine Höhle unter der alten Eiche. Martha und Rudi liefen ihm entgegen, und um sie herum wirbelten leise die Blätter, als würden sie den Reisenden begrüßen. Boris lächelte und erkannte: „Mein Zauberwald der Träume war schon immer bei mir – es ist mein Zuhause, wo es Liebe und Freunde gibt!“